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09.09.2010, 23:10 Uhr | Übersicht | Drucken
Karlin mit 99 Prozent gewählt

Der Kreisparteitag der Wormser CDU hat sich mit überwältigender Mehrheit hinter ihren OB-Kandidaten Dr. Klaus Karlin gestellt




Der rheinland-pfälzische CDU-Chef Baldauf (links) gratulierte Dr. Klaus Karlin (rechts) als erster zu Kandidatur. Der Wormser CDU-Vorsitzende Hans-Joachim Kosubek (Bildmitte) ist ebenfalls zufrieden, war Karlin doch sein Wunschkandidat. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Es war keine wirkliche Überraschung mehr, dass der CDU Kreisparteitag Dr. Klaus Karlin am Montagabend zum Kandidaten für den Oberbürgermeisterwahlkampf in Worms gewählt hat. Beeindruckend hingegen schon eher das klare Votum mit 96 ja-Stimmen und einer nein-Stimme. Wie sehr sich die CDU aber Karlin gewünscht hat und froh ist, endlich einen Kandidaten gegen OB Kissel in den Ring schicken zu können, wurde an dem minutenlangen, tosenden Baifall sichtbar.

Für den Beobachter bestand kein Zweifel, die CDU-Mitglieder stehen voll und ganz hinter Karlin. Der verheiratete Jurist ist für die Wormser Christdemokraten keine Notlösung und kein Alibi-Kandidat, um überhaupt jemanden aufbieten zu können, sondern er ist der Wunsch-Herausforderer.

Auf die Frage, warum er so lange gezögert habe, sagte Karlin: "Ich habe eine Anwaltskanzlei, die weiter laufen muss, und auch meine Familie musste zustimmen. Als im Juli alles geklärt war, stand meiner Kandidatur nichts mehr im Wege."

Nachdem die Formalia zur Kandidatur abgehakt sind, wird der eigentlich Wahlkampf so langsam beginnen, um ab November auf vollen Touren zu laufen. Am 27. März finden dann die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz sowie parallel die OB-Wahl in Worms statt. Sollte im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erringen, findet zwei Wochen später die Stichwahl der beiden Politiker mit den meisten Stimmen statt. Da mit dem parteilosen Rudolf Strupp ein weiterer Kandidat aus dem bürgerlichen Lager für die FDP antritt, dürfte es für Karlin erst einmal darum gehen, die Stichwahl zu erreichen, um sich dort gegen Kissel durchzusetzen.

Der Wahlkampf wird auch zeigen, ob Karlin ein echter Herausforderer von Kissel sein wird oder ob der amtierende Oberbürgermeister in der Wählergunst uneinholbar davonzieht. Auf jeden Fall kann man sich auf spannende und wortreiche "Rededuelle" im Stadtrat freuen. Wobei Karlin am Montagabend klar machte, dass er keinen "Hau-Drauf-Wahlkampf" führen möchte, sondern es für ihn um eine Wettstreit der besseren Ideen und Konzepte gehe, wie man Worms fit für die Zukunft mache.

Ein wichtiges Thema seien dabei natürlich die Finanzen, die es in Ordnung zu bringen gelte. Dabei müssten auch die 25 städtischen GmbH auf den Prüfstand. Hier stelle sich die Frage, ob man so viel überhaupt brauche oder es nicht auch mit weniger ginge. Die Nibelungen-Festspiele möchte Karlin auf jeden Fall beibehalten, sie aber auch eine wirtschaftlich gesunde Basis stellen.
Beim Thema Eleonoren-Gymnasium legte sich Karlin fest, dass die Schule eine neue Sporthalle auf dem jetzigen Areal benötige.

Karlin möchte auch erreichen, dass die Bürger einen größeren Stolz für ihre Stadt entwickelten und sie nicht ständig schlecht redeten. Als Motoren, um die Nibelungenstadt voranzubringen, nannte er die Wirtschaftsförderung, den Ausbau des Tourismus und die Stärkung der Kultur.

Ein ganz besonders  Anliegen sei für Karlin die Verbesserung der Integration von ausländischen Mitbürgern. Gerade die Zeit als zuständiger Beigeordneter von 2006 bis 2009 habe ihn hier geprägt. In diesen Jahren habe er zusammen mit Migranten ein muslimisches Gräberfeld auf dem Wormser Friedhof angelegt. Dabei habe er den Willen zur Integration gespürt und mit der engen Kooperation nur positive Erfahrungen gemacht.

Bild und Text Nibelungen-Kurier Worms





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